„Frauen helfen Frauen“, „Frauenarbeit“, „Feminismus“ hieß lange, dass Frauen unter sich blieben. In den Anfängen bedeutete das die Möglichkeit, sich  als Frau wahrzunehmen, andere Frauen im geschützten Kreis treffen zu können und sich gegen die Aggression von Männern zu schützen und zu wehren.
Im Laufe der Zeit wurde aus dem Schutzraum in manchen Fällen eine ungesunde Abschottung von Männern, der Welt, den aggressiven Anteilen in uns Frauen, der Freude an Männern und der Akzeptanz dafür, dass Männer anders sind. Dass Männer wissen wollen, was Frauen wollen. Dass man Männern erklären muss, was Frauen wollen. Dass junge Männer auf Antworten warten. Gerade die Missbrauchsfälle im Bereich der katholischen Kirche und an der Odenwaldschule haben gezeigt, dass es zum Thema Missbrauch an Jungen noch unglaublich viele Tabus gibt. Gerade die Gewalt, die Jungen erfahren, potenziert sich in ihrer späteren Familie/in Beziehungen und im Arbeitsleben ins Unendliche. Darunter leiden dann wieder  - alle, auch die Frauen.

Gedanken zum Projekt „Bleib dir treu!“

Für Mädchen und Jungen: Die Andersartigkeit der Geschlechter und verschiedener Kulturen wahrnehmen und respektieren. Eigene Werthaltungen entwickeln, zu diesen Werten stehen und sie verteidigen.

Für Mädchen: Sich als Frau nicht aus Abhängigkeit oder Bequemlichkeit männlichen Sichtweisen oder männlicher Dominanz beugen. Die Zügel für das eigene Leben selbst in der Hand behalten. Das Bedürfnis nach Macht sich auch als Frau zugestehen und ihm nachgehen.

Im Umgang miteinander: Sich in der Geschlechterrolle selbst und den anderen wertschätzen. Wahrnehmung schärfen, sensibilisieren, die eigenen Grenzen stecken, verteidigen und die des anderen respektieren. Verstehen, wie Gewalt entsteht, um ihr selbst vorbeugen zu können.

Nachhaltigkeit: Anstöße geben für Arbeit, die sich dann selbst trägt, weg vom Versorgungsansatz. Schulen motivieren, junge Leute motivieren, für die eigenen Rechte auch selbst einzutreten. (BLEIB DIR TREU!)

Für den Verein: Die Arbeit der Beratungsstellen bei jungen Menschen bekannter machen, Schwelle für Zugang zu Hilfsangeboten senken.

Migrationshintergrund: Falsch verstandene Rücksichtnahme ist Respektlosigkeit. Political Correctness steht nicht über allem. Würde und Wertschätzung jedes Menschen stehen über allem. Kulturelle Traditionen, die Gewalt und Missbrauch begünstigen, dürfen geächtet werden.