Wir sind heute (6.6.2013) zu Gast in der DITIB-Moschee auf der Kasernenstraße.

Sie befindet sich in einem alten Fabrikgebäude und wurde 1998 von Solinger Muslimen gegründet.Heute hat diese Glaubensgemeinschaft etwa 500 Mitglieder.

Der Imam Herr Abdusselam Özdere  und Herr Kavalli, der eine Enkeltochter in der 9. Klasse unserer Schule hat, sowie ein Übersetzer führen uns , nach einer Stärkung in der Cafeteria in den Gebetsraum.

Vor dem Raum ziehen wir die Schuhe aus und stellen sie in ein Regal.Der große Raum ist mit einem dicken Teppichboden ausgelegt, der viele feste Gebetsplätze in seinem Muster hat.

An der Kopfwand des Raumes ist die Wand mit gemusterten blauen Kacheln geschmückt, die auch eine Gebetsnische, eine Kanzel und eine Treppe verzieren. Oberhalb der Treppe hängen 2 türkische Fahnen.

Der Imam erklärt uns auf unsere Fragen, dass die rote Farbe der Fahne an die Menschen erinnern soll, die sich für ihr Volk geopfert haben und  der Halbmond den Propheten Mohammed symbolisieren soll, der die Gläubigen Muslime (der Stern) umarmt.

Die Ditib-Gemeinden stellen die größte islamische Gruppe dar.In Deutschland gibt es etwa 1200 Imame, die jeweils für 5 Jahre von der Türkei geschickt werden und oft erst die deutsche Sprache lernen müssen.Im Rest Europas gibt es weitere 2000 Imame.

Als Richard nachfragt, warum es unter den Terroristen so viele Muslime gibt, erklärt Herr Özdere, dass diese Menschen den Islam, der übersetzt “Frieden“ heißt, nicht richtig verstanden haben. Wie den Christen, ist es auch den Muslimen durch ihre Religion verboten, einem Menschen das Leben zu nehmen und wer das tut, verdiene es nicht einer religiösen Gemeinschaft anzugehören.

Die Gebetsnische, von der der Imam an allen Tagen außer freitags predigt, ist nach Osten ausgerichtet, weil dort das größte Heiligtum, die Kaaba in Saudi Arabien liegt. Die Gebetsnische heißt „Mimber“ = Krieg, weil man dort mit dem Bösen in sich im Gebet kämpfen soll.

Die Kaaba ist ein großer würfelförmiger, leerer Bau, der mit schwarzen Tüchern abgedeckt ist. Sie ist der älteste religiöse Ort der Muslime und soll schon von Abraham und Ismail (Isaak) begründet worden sein, vor 4000 Jahren.

Lucas wußte sogar, dass an einer Wand der Kaaba ein besonderer  schwarzer Stein eingemauert ist, der aus der Zeit Abrahams da übriggeblieben ist. Er könnte ein Meteorit sein, meinte er.

Die Muslime in aller Welt wenden sich beim Gebet in die Richtung in der die Kaaba steht. Dadurch wird sie zum Zentrum.

Im Raum gibt es auch einen etwas höheren Platz für den Muezzin, der die Gläubigen zum Gebet ruft. In der Türkei tut er das vom Minarett, einem hohen Turm an der Moschee aus.